Politik und Heilpraktiker. Was steckt dahinter?

Welche Politik vertreten Politiker wirklich, wenn es um den Heilpraktikerberuf geht?
Die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Bundestagsfraktion, Frau Simone Borchardt, positioniert sich und läßt Fragen offen.
Im Rahmen eines parlamentarischen Frühstücks traf sich Frau Borchardt mit einigen Verbandsvertretern aus der Heilpraktikerschaft. Auf ihrer Facebookseite stellt sie ua.a. fest, "dass die Heilpraktikerschaft für viele Menschen eine wichtige Rolle spielt, gleichzieitig aber klare Standards und verläßliche Rahmenbedingungen notwendig sind."
Aufhorchen läßt insbesondere folgende Feststellung von Frau Borchardt:
"Der Dialog hat gezeigt: Nur mit einer sachlichen, evidenzbasierten Betrachtung gelingt es, diesen Bereich zukunftsfähig zu gestalten und sinnvoll in unser Gesundheitssystem einzuordnen."
Der "heilpraktiker-newsblog" hat dazu auch eine gute Analyse abgegeben (https://heilpraktiker-newsblog.de/2026/04/07/gesundheitspolitische-sprecherin-der-union-positioniert-sich-simone-borchardt-setzt-beim-heilpraktiker-auf-evidenzbasiert/)
Bernd R. Schmidt hat zum Sachverhalt auf der Facebookseite von Frau Borchardt folgende Stellungnahme vorgenommen.
Sehr geehrte Frau Borchardt,
wir freuen uns, dass Sie unserem schönen und erfolgreichen Beruf der Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker aufgeschlossen gegenüberstehen und wohlwollend gesonnen sind.
Gespräche, wie das parlamentarische Frühstück, in dem wir uns im Meinungsaustausch befinden, sind ohne Zweifel sinnvoll, um ein umfassendes Bild über die unterschiedlichen Belange zu gewinnen.
Wenngleich für einen umfassenden Meinungsaustausch wesentliche Berufsverbände wie der DDH, Dachverband der Deutschen Heilpraktiker, in dieser Runde nicht vertreten waren.
Es ist unbestritten, dass wir Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker für viele hilfesuchende Patientinnen und Patienten eine bedeutende Rolle spielen. In vielen Fällen sind wir sogar der einzige Ausweg, um ihre gesundheitlichen Probleme zu bewältigen.
Die klaren Standards und verlässlichen Rahmenbedingungen, die Sie richtigerweise erwähnt haben, sind für das erfolgreiche Wirken der Heilpraktiker erfreulicherweise umfassend gegeben.
Ihr Hinweis auf eine evidenzbasierte Betrachtung erfordert jedoch differenzierte Überlegungen.
Die Schlussfolgerung, dass Sie eine weitreichende, auf wissenschaftlichen Grundlagen beruhende neue Gesetzeslage schaffen möchten, muss kritisch hinterfragt werden und fordert zum Widerspruch heraus.
Die derzeitige Gesetzeslage, insbesondere das Heilpraktikergesetz mit seiner Durchführungsverordnung, den Länderrichtlinien und den Kenntnisüberprüfungen, sowie die unterschiedlichen richterlichen Entscheidungen, hat sich in jeder Hinsicht bewährt.
Sie gewährleistet den Behörden in jeder Beziehung die notwendige Verantwortung für die Sicherheit der Patienten.
Zudem ermöglicht sie den Patienten, frei zu entscheiden, bei wem mit welchen Therapieformen sie Hilfe suchen und erwarten.
Sie schafft insbesondere gerade mit den bestehenden Rahmenbedingungen, dass jede Person, die das Bestreben hat, anderen Menschen bei ihren Gesundheitsproblemen zu helfen, in die Lage versetzt wird, dieses Ziel zu erreichen.
Die rechtlichen Voraussetzungen und Ausbildungsstandards haben sich über Jahre bestens bewährt. Einer Gesetzesänderung bedarf es nicht.
Aus der langen Tradition unseres erfolgreichen Wirkens heraus werden Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker auch weiterhin, im Rahmen der bestehenden Rechtslage, verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert agieren, zukunftsfähig gestalten – zum Wohle der hilfesuchenden Patienten.
Der Heilpraktikerberuf gründet sich auf der Erfahrungsheilkunde, wobei Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker offen für Neues und wissenschaftliche Erkenntnisse sind.
In diesem Sinne richtet sich an Sie, sehr geehrte Frau Borchardt, die Bitte, sich für den Erhalt des Bewährten einzusetzen. Die Patienten werden es Ihnen danken.
Mit freundlichen Grüßen,
Bernd R. Schmidt
Heilpraktiker
Geprägt in eigener erfolgreicher Praxis mit nahezu 50jähriger Erfahrung in Verbands- und Berufspolitik, in Ausschüssen, Kommissionen, als Gutachter, als Beisitzer bei Überprüfungen, als Praxisberater.

